Die Spielleute "Heidenspass"



Wahre Freunde des Mittelalters müssen nicht viel fachsimpeln. Es reicht schon, wenn jemand "Palästinalied" flüstert, dann leuchten die Augen, der Puls steigt an und Seufzer machen die Runde. Lieder wie dieses sind nicht einfach nur Lieder. Nein, sie sind der Inbegriff mittelalterlicher Musik schlechthin, und natürlich sollte jeder Spielmann, der etwas auf sich hält, solcherlei im Repertoire haben.

Wenn Sie nun aber glauben, die Spielleute Heidenspass versuchten sich ausschließlich in der Interpretation des bekannten mittelalterlichen Liedguts, so liegen Sie falsch. Vielmehr haben es sich diese Musikanten zur Aufgabe gemacht, ihre historischen Instrumente und deren vielfältige Möglichkeiten kreativ und phantasievoll zu erforschen. Dies dient einerseits dazu, die Musik des Mittelalters aus Sicht der Spielleute zu erfahren, wie auch andererseits, diese Tradition mittels Kompositionen aus eigener Feder weiterzuführen. So verbinden die Spielleute Heidenspass originelle Interpretationen aus dem Fundus historischer Lieder und Melodien, selbst verfasste Verse und Instrumentalstücke, folkige Balladen sowie dem Tanze sehr förderliche Rhythmen zu einem abwechslungsreichen Programm.

Denn seien wir ehrlich: der Spielmann und die Spielfrau des Mittelalters schufen ihre Lieder aus den Möglichkeiten, die die verfügbaren Instrumente, ihre eigene Spielkunst und ihre Phantasie ihnen boten. Sie schöpften aus den jeweils aktuellen Geschehnissen, dem Erfahrungsschatz ihrer zahlreichen Reisen, den unterschiedlichsten Begegnungen mit Menschen und der Natur und aus alten, überlieferten Sagen und Geschichten. Geben Sie nun das Empfinden für die Schönheit der Melodie, den Witz einer fesselnden Dichtkunst und einen Heidenspass hinzu, so erhalten Sie die Essenz der Musik der Spielleute Heidenspass.

Gegründet in Freiburg im Breisgau im Frühsommer 2000, hatte sich die Mitgliederzahl des Spielmanns- (und Spielfrauen-) -trupps Heidenspass nun schon seit langem auf sechs heidnische Gauklerseelen eingependelt und gefestigt. Seit neuestem bereichert zusätzlich die Nachwuchsmusikantin und Quotenschwäbin GEFION das Bild und unterstützt die nunmehr baden-württembergische (!) Truppe klangvoll mit ihrem vielversprechenden Talent.

Die meist mehrstimmig arrangierte Instrumentierung umfasst verschiedene Dudelsäcke, Schalmeyen und Flöten, Saiten-, Tasten- und Schlaginstrumente, und natürlich den Gesang. Die musikalische Bandbreite spiegelt die Erfahrung ihrer zahlreichen Auftritte auf Märkten und allerlei öffentlichen und privaten Festlichkeiten wieder. Seien es die mittelalterlichen "Klassiker" oder die eigens komponierten Kleinode der Spielmannskunst, stets werden sie in einer runden, sympathischen und humorvollen Weise dargeboten. Auch für die Saison 2008 läuft die Planung bereits auf vollen Touren und einige vielversprechende Engagements konnten bereits vereinbart werden.
Zu hören ist dieser unverwechselbare Stil natürlich auch auf ihrer Debut-MCD "Die Aufwartung", wie auch auf dem nun endlich erschienenen kompletten Album, welches den stolzen Namen trägt:


"Wer einmal auf dem Besen ritt..."
Lassen Sie sich davon verzaubern...